Kurze Antwort
Der Biegeradius einer Energiekette beträgt mindestens das 7,5-Fache des Durchmessers des dicksten Kabels oder Schlauchs, oder den minimalen Biegeradius aus dem Datenblatt, wenn dieser größer ist. Bei vielen Bewegungen pro Tag rechnen Sie besser mit dem 10-Fachen des Durchmessers. Wählen Sie dann den nächsten lieferbaren Radius der Serie.

Der minimale Biegeradius einer Energiekette beträgt das 7,5-Fache des Durchmessers des dicksten Kabels oder Schlauchs im Paket, oder den Wert aus dem Datenblatt, wenn dieser größer ist. Bei vielen Bewegungen pro Tag rechnen Sie mit dem 10-Fachen des Durchmessers. Diese eine Entscheidung bestimmt, wie lange Ihre Kabel halten und wie hoch die Energiekette in Ihrer Maschine baut.
Zu eng bedeutet früher oder später Kabelbruch. Zu großzügig kostet Einbauhöhe, die Sie vielleicht nicht haben. Im Folgenden lesen Sie, wie Sie den Radius Schritt für Schritt bestimmen, mit einem Rechenbeispiel und den Regeln, die auch der Rechner für den Biegeradius verwendet.
Was ist der Biegeradius einer Energiekette?
Der Biegeradius, auch Krümmungsradius oder KR genannt, ist der Radius des Bogens, den die Energiekette beim Abrollen bildet. Alle Kabel und Schläuche in der Kette folgen diesem Bogen bei jeder Bewegung. Liegt der Radius unter dem, was ein Kabel verträgt, werden die Adern bei jedem Hub zu stark gebogen und brechen schließlich.
Jeder Energiekettentyp wird in einigen festen Radien geliefert. Der Radius ist also kein frei wählbares Maß, sondern eine Auswahl aus der Liste des Typs. Welche Maße sonst noch zu einer Energiekette gehören, lesen Sie im Artikel über Energiekette Maße.
Schritt 1: Ermitteln Sie den minimalen Biegeradius je Kabel
Jedes Kabel und jeder Schlauch hat einen minimalen Biegeradius für den bewegten Einsatz. Er steht im Datenblatt, oft als Vielfaches des Durchmessers (zum Beispiel 7,5 × d).
- Hochflexible Kabel für Energieketten: meist 7,5 bis 10 × d
- Standard-Installationskabel: oft 12 bis 15 × d, und eigentlich nicht für ständige Bewegung geeignet
- Hydraulik- und Pneumatikschläuche: siehe Datenblatt, oft großzügiger als bei Leitungen
Kennen Sie den Wert nicht, rechnet die Website mit dem 7,5-Fachen des Durchmessers als Untergrenze. Ist ein Kabel enthalten, das nicht für den bewegten Einsatz gemacht ist, hilft kein Radius. Wählen Sie dann ein Kabel, das dafür vorgesehen ist: Im Leitungsfinder suchen Sie eine flexible Leitung aus dem TRAXLINE-Sortiment nach Adern, Querschnitt und Verfahrweg.
Schritt 2: Das dickste oder empfindlichste Kabel bestimmt den Radius
Die Kette biegt alle Kabel gleich stark. Deshalb bestimmt das Kabel mit dem größten minimalen Biegeradius den Radius der ganzen Kette, auch wenn die Signalkabel daneben viel enger könnten.
Die Rechenregel der Website lautet:
- Minimal: KR ≥ 7,5 × dickster Durchmesser
- Großzügig (viele Bewegungen): KR ≥ 10 × dickster Durchmesser
- Datenblatt größer? Dann gilt der Wert aus dem Datenblatt
Das Ergebnis wird auf ganze Millimeter aufgerundet. Diese Tabelle zeigt, was sich für einige gängige Durchmesser ergibt:
| Dickstes Kabel | Minimal (7,5 × d) | Großzügig (10 × d) |
|---|---|---|
| 10 mm | 75 mm | 100 mm |
| 16 mm | 120 mm | 160 mm |
| 20 mm | 150 mm | 200 mm |
| 25 mm | 188 mm | 250 mm |
Rechenbeispiel: Motorkabel und Pneumatikschlauch
Angenommen, Ihr Paket besteht aus einem Motorkabel mit 20 mm, vier Steuerleitungen mit 10 mm, einem Datenkabel mit 8 mm und einem Pneumatikschlauch mit 12 mm. Die dickste Leitung ist das Motorkabel mit 20 mm.
- (01)Minimal: 20 × 7,5 = 150 mm
- (02)Großzügig: 20 × 10 = 200 mm
- (03)Prüfung Datenblatt: Nennt der Schlauch einen minimalen Biegeradius von 180 mm, wird 180 mm zum Minimum, weil dieser größer ist als 150 mm
Ohne diesen Schlauchwert kommen Sie auf mindestens 150 mm. Der Rechner zeigt danach die ersten lieferbaren Radien aus dem Sortiment, die mindestens so groß sind. Mit dem Schlauchwert verschiebt sich das Minimum auf 180 mm. Schläuche zu vergessen ist einer der häufigsten Fehler.
Schritt 3: Wählen Sie den nächsten Radius des Typs
Wählen Sie innerhalb des Typs den nächsten Radius, der größer oder gleich Ihrem Minimum ist. Nehmen Sie als Beispiel die UNIFLEX Advanced 1455: Sie wird mit Radien von 52, 65, 95, 125, 150, 180 und 200 mm geliefert. Für unser Paket ohne Schlauchwert sind 150 mm das Minimum und 200 mm die großzügige Wahl.
Schwanken Sie zwischen zwei Werten, wählen Sie den größeren. Das gibt den Kabeln bei jedem Hub mehr Luft. Die lieferbaren Radien je Typ finden Sie auf der Seite der UNIFLEX Advanced oder der Serie M, oder Sie filtern nach Maß in der Übersicht der Energieführungsketten aus Kunststoff.
Schritt 4: Einbauhöhe prüfen
Ein größerer Radius macht die Kette höher. Die Einbauhöhe beträgt etwa das Doppelte des Radius plus die Außenhöhe des Kettenglieds:
Hz ≈ 2 × KR + Außenhöhe
Die UNIFLEX Advanced 1455 hat eine Außenhöhe von 36 mm. Mit KR 150 beträgt die Einbauhöhe 2 × 150 + 36 = 336 mm. Mit KR 200 sind es 2 × 200 + 36 = 436 mm. Dieser Unterschied von 100 mm muss in Ihre Maschine passen.
Passt es nicht, gibt es drei Möglichkeiten:
- (01)Dicke Leitungen durch Leitungen mit kleinerem Biegefaktor ersetzen
- (02)Das Paket auf zwei nebeneinander liegende Energieführungsketten verteilen
- (03)Eine Baureihe mit geringerer Kettengliedhöhe wählen
Der Radius zählt auch bei der Länge der Kette mit: Der Bogen ist π × KR lang. Wie sich das auswirkt, sehen Sie im Rechner für die Länge der Energiekette und in der Schritt-für-Schritt-Anleitung Energiekette berechnen.
Häufige Fehler beim Biegeradius
- Den Radius nach der durchschnittlichen statt nach der dicksten Leitung wählen
- Schläuche vergessen, die oft den größten Radius erfordern
- Den Datenblattwert für die feste Verlegung statt für die Bewegung verwenden
- Erst bei der Montage feststellen, dass die Energieführungskette nicht in die verfügbare Höhe passt
- Nach einem Kabelbruch dasselbe Kabel wieder einbauen, ohne den Radius zu prüfen
Gehen Kabel immer an derselben Stelle im Bogen kaputt, ist ein zu kleiner Radius eine bekannte Ursache. Im Störungsratgeber lesen Sie, wie Sie Kabelbruch in der Energiekette Schritt für Schritt untersuchen. Welche Kabel für Bewegung geeignet sind, steht in welche Kabel in eine Energiekette gehören.
StörungsratgeberLeitungsbruch in der EnergieführungsketteLeitungen, die immer wieder ausfallen, Signalaussetzer oder ausfallende Motoren.Zur LösungLassen Sie den Konfigurator den Radius berücksichtigen
Im Energieketten-Konfigurator geben Sie Ihre Kabel und Schläuche ein. Der Konfigurator berechnet den minimalen Radius, filtert die passenden Typen und zeigt die Einbauhöhe. Bei einem gewählten Radius erhalten Sie auch eine Prüfung: das 10-Fache des dicksten Durchmessers oder mehr ist großzügig, zwischen dem 7,5- und 10-Fachen zulässig mit Prüfung des Datenblatts, und unter dem 7,5-Fachen ist die Gefahr eines Kabelbruchs groß. Ein Spezialist prüft das Ergebnis kostenlos. Möchten Sie es lieber direkt ausarbeiten lassen, fordern Sie ein Angebot an.
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Wie berechnet man den Biegeradius einer Energiekette?
Nehmen Sie den Durchmesser des dicksten Kabels oder Schlauchs und multiplizieren Sie ihn mit 7,5. Steht im Datenblatt ein größerer minimaler Biegeradius für den bewegten Einsatz, gilt dieser. Wählen Sie danach den nächsten lieferbaren Radius des Typs.
Was ist der Unterschied zwischen Biegeradius und Krümmungsradius?
In der Praxis keiner. Beide Begriffe und die Abkürzung KR bezeichnen den Radius des Bogens, den die Energiekette bildet. In den Typdaten auf dieser Website heißt er Biegeradius.
Ist ein größerer Biegeradius immer besser?
Für die Kabel ja: Sie werden weniger stark gebogen, was bei vielen Bewegungen günstig ist. Die Kette baut aber höher, denn die Einbauhöhe beträgt etwa das Doppelte des Radius plus die Außenhöhe. Wählen Sie daher den größten Radius, der noch in Ihre Maschine passt.
Gilt der Biegeradius auch für Schläuche?
Ja. Für Hydraulik- und Pneumatikschläuche gilt der minimale Biegeradius des Herstellers. Er ist oft größer als bei Kabeln und bestimmt dann den Radius der ganzen Kette.
Welcher Biegeradius gehört zu einem Kabel mit 20 mm?
Mindestens 7,5 × 20 = 150 mm und großzügig 10 × 20 = 200 mm, sofern das Datenblatt keinen größeren Wert nennt. Im Rechner für den Biegeradius sehen Sie sofort, welche Radien im Sortiment das erfüllen.
Nächster Schritt
Rechnen Sie selbst oder sehen Sie sich das Sortiment an. Wir prüfen Ihr Ergebnis kostenlos.


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